Risiken der IVF

Wie jede medizinische Behandlung hat auch die Behandlung von Unfruchtbarkeit seine Grenzen und Risiken. Glücklicherweise sind die Komplikationen bei der Therapie dank der zahlreichen Fortschritte, die insbesondere in den letzten 20 Jahren auf diesem Gebiet erzielt wurden, minimal.

Hyperstimulation (Ovarian Hyperstimulation Syndrome – OHSS)
Im Zusammenhang mit den Hormonen besteht das Risiko einer sog. Hyperstimulation der Ovarien (übermäßige Stimulation) – Ovarian HyperStimulation Syndrome – OHSS. Zu den wesentlichen charakteristischen Merkmalen von OHSS sind die schmerzhafte Vergrößerung der Ovarien, die Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle (manchmal auch im
Brustkorb), Unwohlsein, Übelkeit, Brechreiz, Dehydratation und das Risiko der Entstehung von Thrombosen (potentiell sehr ernst zu nehmen) zu nennen.

Das OHSS tritt, falls überhaupt, in der letzten Woche des Zyklus ein, in dem es zur Eizellenentnahme kam, oder auch in den folgenden Tagen, nachdem die Embryonen in die Gebärmutter zurück transferiert wurden. Dies alles wird gleichzeitig durch eine eventuelle beginnende Schwangerschaft beeinflusst. Dies bedeutet, dass falls ein ernsthaftes OHSS-Risiko bestehen sollte, empfehlen wir Ihnen das Einfrieren aller Embryonen sowie eine Aufschiebung des Transfers auf einen Zeitpunkt, zu dem es bereits zu einer Beruhigung des Zustands der Eierstöcke gekommen ist.

Unsere Medizin kennt mittlerweile wirksame Methoden, dank derer die Symptome und Beschwerden effektiv gesenkt und bis zu ihrem völligen Abklingen (Infusion, Punktion der Bauchhöhlenflüssigkeit…) überwacht werden können. Diese ganzheitliche Betreuung bietet Ihnen unsere Einrichtung, die mit dieser Behandlung zahlreiche Erfahrungen hat.

Tumorerkrankung
Ein langfristiges Krebsrisiko nach einem IVF-Zyklus ist bisher nicht bekannt. Es scheint jedoch allgemein zu gelten, dass dieses Risiko minimal ist. Es gibt jedoch die Annahme, dass hormonell empfindliches Gewebe wie z.B. Brustgewebe, die Gebärmutter, der Gebärmutterhals und zum Teil auch die Ovarien langfristig durch die IVF-Behandlung beeinflusst werden.

Allerdings hat dies bisher keinerlei Studie bewiesen, die unter Frauen durchgeführt wurde, welche sich einer Hormontherapie unterzogen. Unfruchtbarkeit kann ebenfalls mit Krebs in der Hinsicht verbunden werden, dass eine Schwangerschaft auch eine bestimmte Schutzwirkung vor einigen Krebsarten haben soll, insbesondere vor Eierstockkrebs.

Die Hormone können allerdings das Wachstum von bereits bestehenden krebserregenden Zellen in einigen Gewebeteilen beschleunigen. Deshalb empfehlen wir vor einer IVF-Behandlung eine Brustuntersuchung sowie eine ganzheitliche gynäkologische Kontrolluntersuchung als auch einen onkozytologischen Abstrich des Gebärmutterhalses durchführen zu lassen. Des Weiteren sollten Sie sicher sein, dass Sie gegenüber Rubeolen (Röteln) immun sind, und es ist ebenfalls vernünftig, die Zufuhr von Vitaminen zu erhöhen, z.B. von Folsäure.

Komplikationen bei der Eizellenentnahme
In Ausnahmefällen kann es zu Komplikationen bei der Eizellenentnahme kommen, wie z.B. Blutungen, Infektionsrisiken, Risiko eines Follikelplatzens, Risiko einer Strukturbeschädigung im Becken oder in der Bauchhöhle.

Schwangerschaft nach einer IVF

Angeborene Entwicklungsstörungen nach einer IVF 

Bei einer Schwangerschaft nach einer IVF gibt es kein erhöhtes Vorkommen von Entwicklungsstörungen der Frucht im Vergleich mit der gewöhnlichen Bevölkerung.

Mehrlingsschwangerschaften nach einer IVF

Bei der assistierten Reproduktion ist eine Mehrlingsschwangerschaft üblich (gängiger als im Falle einer natürlichen Schwangerschaft). Jedoch bestehen bei Zwillingen nicht zu vernachlässigende Risiken sowohl für die Mutter, als auch für die Embryonen. Insbesondere aus diesem Grund werden maximal 2 Embryonen transferiert. Dies bedeutet allerdings nicht, dass bei einer IVF das Vorkommen von identischen Zwillingen ausgeschlossen werden kann. In einigen seltenen Fällen ist es sogar möglich, dank einer IVF aus zwei Embryonen Drillinge zu erhalten.

Nach einer IVF besteht das Risiko einer Eileiterschwangerschaft von ca. 2 % gegenüber dem Risiko von 1% bei der gewöhnlichen Bevölkerung. Das Risiko steigt bei Frauen mit teilweise beschädigten Eileitern, beispielsweise nach Entzündungen.

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