Ursachen für Unfruchtbarkeit

 

Unfruchtbarkeit wird als Unfähigkeit definiert, auch nach einem Jahr regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehr nicht schwanger zu werden.

Das Problem wird häufiger bei der Frau gesucht. In Wirklichkeit werden allerdings 2/3 der Fälle durch den männlichen Faktor bewirkt, der weibliche Faktor macht lediglich nicht ganz ein Drittel aus. In einigen Fällen tragen beide Partner zur Unfruchtbarkeit des Paares bei bzw. die Unfruchtbarkeit kann überhaupt nicht geklärt werden.

Es gibt eine ganze Reihe von Ursachen für Unfruchtbarkeit oder verminderte Fruchtbarkeit, einschließlich der genetischen Veranlagungen, aber meistens häufen sich die negativen Faktoren, die der Lebensstil und auch das Alter mit sich bringen. Am schwerwiegendsten sind jedoch Probleme mit dem Gewicht (Übergewicht oder auch extrem niedriges Gewicht), Rauchen, Alkohol, Drogen, wenig Bewegung oder eine übermäßige Belastung sowie das steigende Auftreten von sexuell übertragbaren Krankheiten.

Bei Frauen gilt als ideale Zeit zur Zeugung eines Kindes der Lebensabschnitt zwischen dem 23. Und 33. Lebensjahr. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft liegt in dieser Zeit und unter optimalen Bedingungen bei etwa 25%. Mit zunehmendem Alter sinkt die Wahrscheinlichkeit und nach dem 40. Lebensjahr werden auf natürlichem Wege nur 5% der Frauen schwanger. Der Grund hierfür ist eine höhere Anzahl an Zyklen ohne Ovulation sowie eine erhöhte Menge an genetisch nicht einwandfreien Eizellen (degenerierte, die nicht in der Lage sind befruchtet zu werden).

Physiologie der menschlichen Reproduktion (die aus dem Eierstock freigegebene Eizelle wandert durch den Eileiter, in dem es zu der Befruchtung durch Spermien kommt – TAG 0, das entstandene Embryo wandert dann weiter in die Gebärmutter, in der es sich in der Gebärmutterschleimhaut einnistet)

Bei Männern spielt das Alter eine nicht so stark entscheidende Rolle wie bei Frauen, nichtsdestoweniger können Männer in einem höheren Alter größere Probleme mit der Erektion und Ejakulation haben. Alarmierend ist jedoch, dass in den letzten 50 Jahren die Qualität des Spermiogramms um mehr als 100% gesunken ist. Gegenwärtig haben bis zu 70% der Männer, die in einer unfruchtbaren Partnerschaft leben, verminderte Werte beim Spermiogramm.

Rauchen hat bei Frauen einen Einfluss auf die Qualität der Eizellen sowie auf die Senkung des Östrogenspiegels. Die hierbei entstehenden toxischen Gase beeinflussen negativ die Zellen, die Hormone produzieren. Dies verursacht Störungen des Menstruationszyklus, erhöht die Anzahl an Zyklen ohne Ovulation und die Qualität der Eizellen wird gesenkt, was eine Ursache für die schlechte Qualität des Embryos sein kann. Aus diesen Gründen sinkt die Chance auf eine Schwangerschaft wesentlich bzw. es kann zu Fehlgeburten in den frühen Phasen der Schwangerschaft kommen.

Raucher haben eine erhöhte Anzahl an beschädigten Spermien mit niedriger Beweglichkeit. Solche Spermien können die Eizelle nicht befruchten, und falls doch, so können sie genetische Störungen mit sich bringen, die die Schwangerschaft als auch die Gesundheit des ungeborenen Kindes gefährden können.

Weitere Faktoren, die die Fruchtbarkeit beeinflussen können, sind Erschöpfung und Stress. Eine kurzfristige Ermüdung des Organismus schadet nicht, bei langfristigem Stress kann es jedoch bis hin zu Störungen des Immunsystems aufgrund von Erschöpfung des Organismus kommen.

Das Körpergewicht spielt ebenfalls eine relativ grundlegende Rolle bei den Fruchtbarkeitsstörungen. Beide Extreme, sei es Übergewicht oder Untergewicht, führen zu einem hormonellen Ungleichgewicht, was wiederum zu einem unregelmäßigen Menstruationszyklus und Ovulationsstörungen führt. Auch Frauen, die stark und schnell abnehmen, können die Chance auf eine Schwangerschaft dadurch vermindern. Im Fettgewebe werden Hormone produziert; außerdem sind diese an diesen Ort gebunden. Bei Männern ist ein niedriges Körpergewicht weniger hinderlich als das Übergewicht, bei dem der Testosteronspiegel sinkt, was bis zum Verlust der Libido führen kann.

Von den Männern in der Tschechischen Republik könnte etwa jeder Zehnter als Spermaspender dienen; so sieht die momentane Situation auf der Feld der männlichen Unfruchtbarkeit aus. In Hinblick darauf, dass die Entwicklungszeit von Spermien etwa 3 Monate beträgt, sollte jeder Mann, der mit seiner Partnerin eine mögliche Schwangerschaft in Betracht ziehen, sei es nun auf natürlichem Wege oder mit Hilfe der IVF, aufhören zu rauchen, sein Idealgewicht erreichen oder sich diesem zumindest weitgehend annähern, Stress in Grenzen halten sowie mehr Bewegung betreiben.

Über die weibliche und  männliche Unfruchtbarkeit, deren Diagnostik und Heilung, finden Sie ausführlichere Informationen in den einzelnen Kapiteln.

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