Wahl der Methode

Klassische Befruchtungsmethode
Falls die Ergebnisse des Spermiogramms sowie des Postkoitaltests (PCT) in Ordnung sind und es dem Paar dennoch nicht gelingt, spontan schwanger zu werden, empfiehlt der Arzt in der Regel die klassische Befruchtungsmethode (gemeinsame Inkubation der Gameten in kleinem Raum in einem speziellen Medium).
 
ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion)
Falls beim Mann eine verminderte Anzahl an Spermien, deren geringere Bewegungsfähigkeit oder eine Spermienmorphologie festgestellt wird, muss die klassische Befruchtungsmethode nicht effektiv sein. Für diese Fälle ist es günstig, für die Befruchtung die ICSI-Methode (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion in die Eizelle) zu verwenden, bei der ein geeignetes Spermium vom Embryologen ausgewählt und direkt in die Eizelle eingeführt wird. Eine Alternative dieser Methode ist die PICSI-Methode, die Ihnen in dem Falle empfohlen wird, dass im Ejakulat viele Spermien mit einer beschädigten DNA enthalten sind. Bei dieser Methode werden die Spermien nicht nur entsprechend derer optischen Bewertung durch den Embryologen, sondern auch auf Grundlage ihrer Funktionsqualität eingeschätzt.
 
PICSI
Der Vorteil der PICSI-Methode besteht vor allem in der objektiven Möglichkeit, ein Spermium auf Grundlage seiner adäquaten Funktionseigenschaften auszusuchen. Es ist notwendig sich dessen bewusst zu werden, dass auf Grundlage desselben Prinzips auch die Spermien  bei der natürlichen Befruchtung, die im Körper der Frau geschieht, ausgewählt werden. Defekte, wie zum Beispiel die Unreife des Spermiums, chromosomale Anomalien oder eine beschädigte DNA-Integrität der Spermien sind häufig mit bloßem Auge selbst durch das Mikroskop nicht sichtbar und können deshalb, auch wenn ein Embryologe die Spermien auswählt, nicht gänzlich eliminiert werden. Falls also der Verdacht besteht, dass sich im Ejakulat des Mannes Spermien mit solchen Defekten befinden könnten, wird zumeist empfohlen, die Eizellen mit Hilfe der PICSI-Methode zu befruchten.
 
Das Sanatorium Helios hat mit der PICSI-Methode bereits langjährige Erfahrungen, auf Grundlage derer Ihnen vom Arzt die Befruchtung mit Hilfe dieser Technik insbesondere in jenem Fall empfohlen werden kann, wenn beim Mann ein erhöhter Anteil an Spermien mit beschädigter DNA-Integrität festgestellt wurde, des Weiteren falls die Frau, die sich einer IVF-Behandlung unterzieht, älter als 38 Jahre alt ist, außerdem falls in einem der vorherigen Zyklen die Befruchtung der Eizellen mit Hilfe der ICSI-Methode (und dies im Sinne der eigentlichen Befruchtung und der anschließenden Entwicklung eines Embryos) fehlgeschlagen ist oder auch falls das sich in Behandlung befindliche Paar in der Vergangenheit in ihrer Anamnese wiederholt Fehlgeburten verzeichnen musste.
 
MACS
MACS Methode ermöglicht die Spermaprobe so zu bearbeiten, dass  die Chance auf eine erfolgreiche Befruchtung bei jeder beliebigen Methode der assistierten Reproduktion erhöht wird. Bei der Methode MACS werden  Spermien mit beschädigter DNA gesammelt und beseitigt. Die auf diese Weise ausgewählten Spermien weisen gegenüber der ursprünglichen Probe bessere Bewegungswerte, Morphologie, DNA-Fragmentierung und ein höheres Befruchtungspotential auf.
 
IMSI
Bei der IMSI-Methode (Intracytoplasmic morphologically selected sperm injection) wird beim Mikroskopieren ein äußerst hoher Vergrößerungsgrad (> 6000×) zur gründlichen morphologischen Auswahl des Spermiums zum Injizieren in die Eizelle (ICSI) verwendet.
 
TESE/MESA
Falls im Ejakulat keine Spermien vorhanden sind (Azoospermie), ist es möglich, Spermien mittels einer chirurgischen Entnahme zu erhalten.
In dem Falle, dass der Transport der Spermien zwischen den Nebenhoden und dem Harnleiter gestört ist, können Spermien mit Hilfe der MESA-Technik (micro epididymal sperm aspiration) durch das mikrochirurgische Absaugen von Spermien aus dem Nebenhoden gewonnen werden. Im Falle einer Transportstörung der Spermien in den Nebenhoden wird die TESE-Technik (testicular sperm extraction) gewählt, bei der ein kleines Stück des Keimepitels aus dem Hoden entnommen wird. Das entnommene Gewebe wird anschließend im Labor verarbeitet, und falls die gewonnenen Spermien lebend sind, können diese für die Befruchtung mit Hilfe der ICSI-Technik verwendet werden.

KONTAKTFORMULAR