Stimulierung

Die Entwicklung der weiblichen Geschlechtszellen (Eizellen – Oozyten) beginnt bereits im pränatalen Stadium. Die überwältigende Mehrheit der ursprünglich 2-3 Millionen primären Oozyten stirbt ab und bis zur Pubertät bleiben etwa  300 Tausend übrig.
 
Davon werden lediglich um die 450 Eizellen während der Ovulation im Laufe der fruchtbaren Zeit der Frau freigesetzt.Für gewöhnlich werden jeden Monat in den Eistöcken der Frau um die 25 Follikel vorbereitet (in denen die Eizellen heranwachsen), aber lediglich eine der Eizellen kommt zur völligen Reife und es beginnt die Ovulation (Freigabe der Eizelle). Bei dem IVF-Verfahren ist es erforderlich, dass in den Eierstöcken eine höhere Anzahl an Eizellen vorbereitet wird. Deshalb führen hormonelle Präparate zu einer sog. Stimulierung der Eierstöcke.
 
Bei der Verabreichung von Hormonen (Gonadotropine) entwickelt sich in den Eierstöcken eine größere Anzahl an Follikeln (Hohlkörper, die in den Eierstöcken wachsen).
 
Der wachsende Follikel produziert Östrogene, die unter anderem den Anstieg des Lutropinhormospiegels (LH) bewirken, was im natürlichen Zyklus ermöglicht, dass die reifen Eizellen aus dem Eierstock freigegeben werden. Bei der Stimulierung wird ein Medikament verabreicht, das die natürliche Ovulation verzögert und einen frühzeitigen Anstieg des LH-Spiegels verhindert.
Die Ovulation (Maturation der Eizelle) wird durch die Injektion des humanen Choriongonadotropin (hCG) hervorgerufen, die ca. 32-36 Stunden vor der geplanten Eizellenentnahme injiziert werden muss.
 
Über den Anfang, die Dauer sowie die Stimulierungsform entscheidet der Arzt auf Grundlage individueller Reaktionen, des Alters sowie des Körpergewichts der Patientin.
Die Antwort des Organismus der Frau auf eine Stimulierung der Eierstöcke verfolgt der Arzt auf Grundlage der Hormonspiegel im Blut als auch mit Hilfe sich wiederholender Ultraschalluntersuchungen.
 
Der Hauptgrund dieser Kontrollen ist die Hervorrufung einer optimalen Reaktion der Ovarien. Auf der einen Seite geht es um das Erreichen einer Entnahme von einer angemessenen Menge an Eizellen, auf der anderen Seite geht es um die Bemühung, einer übermäßigen Reaktion (Hyperreaktion) entgegenzuwirken, was sich durch Schmerzhaftigkeit, eine deutliche Vergrößerung der Eierstöcke und die Bildung von freier Flüssigkeit in der Bauchhöhle (OHSS – ovarielle Hyperstimulationssyndrom) äußert. Von dieser Hyperreaktion sind vor allem Frauen unter 30 betroffen.
 
Die durchgeführten Untersuchungen (nicht einmal die wiederholten) haben keine Nebenwirkungen weder auf die Eizellen, noch auf die Embryonen im frühen Stadium der Schwangerschaft hervorgerufen.
 
Die Verabreichung von hormonellen Präparaten erschöpft nicht frühzeitig den Vorrat an Eizellen in den Eierstöcken der Frau, sie verhindert lediglich die natürliche Degeneration und die Auswahl eines dominanten Follikels. Laut der gegenwärtigen Erkenntnisse hat sie nicht einmal negative Folgen für den Organismus.

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